Unterschied zwischen Masturbieren und Onanieren: Was steckt dahinter?

Die Begriffe Masturbieren und Onanieren werden oft als Synonyme verwendet, doch gibt es wirklich einen Unterschied? Viele Menschen fragen sich, ob es eine sprachliche, historische oder sogar medizinische Differenz zwischen diesen beiden Wörtern gibt. In diesem Artikel klären wir die Bedeutung, den Ursprung und die Verwendung beider Begriffe.

Was bedeutet Masturbieren?

Der Begriff Masturbation stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Wörtern „manus“ (Hand) und „stuprare“ (schänden, beflecken) zusammen. Wörtlich übersetzt könnte man es also als „Handschändung“ bezeichnen – ein Ausdruck, der aus einer Zeit stammt, in der Selbstbefriedigung als moralisch fragwürdig galt.

Heutzutage wird der Begriff jedoch neutral verwendet und bezeichnet die sexuelle Selbstbefriedigung, bei der man durch Berührung des eigenen Körpers Lust empfindet.

Was bedeutet Onanieren?

Der Begriff Onanie hat eine biblische Herkunft und bezieht sich auf die Figur Onan aus dem Alten Testament. Laut der biblischen Erzählung (Genesis 38,8–10) sollte Onan mit der Witwe seines verstorbenen Bruders ein Kind zeugen, zog jedoch kurz vor der Ejakulation zurück („Coitus interruptus“), um eine Schwangerschaft zu verhindern. Gott bestrafte ihn daraufhin mit dem Tod.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Geschichte von Onan fälschlicherweise als Argument gegen Masturbation verwendet, obwohl es eigentlich um das Verweigern der Nachkommenschaft ging.

Gibt es einen Unterschied zwischen Masturbieren und Onanieren?

Obwohl beide Begriffe dasselbe Verhalten beschreiben, gibt es feine Unterschiede in der Bedeutung und Nutzung:

  • Masturbieren: Der heute bevorzugte, neutrale Begriff mit medizinischem und wissenschaftlichem Hintergrund.
  • Onanieren: Ein historisch geprägter Begriff, der eher umgangssprachlich und manchmal mit negativen Konnotationen verwendet wird.

Während „Masturbation“ in wissenschaftlichen und medizinischen Kontexten genutzt wird, findet man „Onanie“ eher in älteren Texten oder im Alltagssprachgebrauch.

Wie hat sich die Wahrnehmung von Masturbation verändert?

Früher wurde Masturbation oft mit Scham und Verboten belegt. Im 18. und 19. Jahrhundert verbreiteten sich Mythen, dass Masturbation zu gesundheitlichen Schäden führen könne – von Blindheit bis hin zu Geisteskrankheiten. Heute ist jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass Selbstbefriedigung gesund ist und viele Vorteile hat:

  • Reduziert Stress
  • Verbessert den Schlaf
  • Steigert das Körperbewusstsein
  • Kann die sexuelle Zufriedenheit erhöhen

Fazit: Masturbieren oder Onanieren – gibt es wirklich einen Unterschied?

Der Unterschied liegt weniger in der Handlung als in der Herkunft der Begriffe. „Masturbation“ ist die moderne, neutrale Bezeichnung, während „Onanieren“ historisch und religiös belastet ist. In der heutigen Zeit ist es wichtig, Selbstbefriedigung als natürlichen Teil der Sexualität zu sehen – egal, welches Wort man verwendet.